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    Geschichte der Fernmeldemonteurschule Graz [weitere Details...]
    FM_Schule_Graz             

                          Gerhard Nowak 2014 

    Gründung und 1. Entwicklungsphase

    In der Absicht, junge Mitarbeiter für den Fernmeldesektor bedarfsgerecht auszubilden, hat die Post- und Telegraphenverwaltung bereits im Jahr 1940 - das österreichische Post- und Fernmeldewesen unterstand damals der Deutschen Reichspost - eine eigene Ausbildungsstätte, die Fernmeldemonteurschule Graz, gegründet. 

    Diese Abbildung des neuen und alten Schulgebäudes wurde nach einer Fotomontage auf eine kupferkaschierte Hartfaserplatte geätzt - ein an der Schule hergestelltes, künstlerisches Objekt.

    Am 1. April 1940 wurden vorerst 30 Schüler in ein Lehrverhältnis aufgenommen. Ein adaptierter Altbau in der Eggenbergerallee in Graz, in dem ursprünglich ein Restaurant und Casino untergebracht war, diente als erster Schulstandort. Organisatorisch wurde die Schule dem Telegraphenbauamt Graz eingegliedert, später jedoch direkt dem Präsidenten der Post- und Telegraphendirektion für Steiermark unterstellt.

    In den ersten Bestandsjahren der Fernmeldemonteurschule Graz wurden die Schüler in einer dreijährigen Lehrzeit zu Telegraphenbauhandwerkern ausgebildet. Der Lehrplan umfasste eine Grundausbildung in Metall- und Holzbearbeitung und zur Ausübung der Tätigkeiten im ober- und unterirdischen Leitungsbau, im Sprechstellen- und Nebenstellenanlagenbau, sowie im Apparate- und Ämterbau. Mangels eigener Fachklassen für Fernmeldetechnik mussten die Schüler damals die Berufsschule für Elektriker absolvieren.

    Entwicklungsphase nach 1945

    Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte laufend eine wesentliche Ausweitung der Ausbildung und der Lehrpläne sowie eine Verlängerung der Lehrzeit auf dreieinhalb Jahre. Neben der bereits bestehenden Grundausbildung wurden alle Bereiche der Fernmeldetechnik –  Vermittlungstechnik, Übertragungstechnik, Telegraphie, Stromversorgung – in die praktische Ausbildung und auch in den theoretischen Unterricht einbezogen. Auch infolge der technischen Entwicklungsfortschritte und des Technologiewandels mussten die Ausbildungspläne laufend ergänzt werden. Halbleitertechnik, Elektronik und Digitaltechnik wurden in den Unterricht integriert. Im Lauf der Zeit erfolgte eine spezifische Aufteilung der Ausbildung und eine Änderung der Berufsbezeichnung. Die bisherige Ausbildung zum Fernmeldemonteur wurde unterteilt in :

     Fernmeldebauhandwerker, Nachrichtenelektroniker und Kommunikationstechniker.

     Die Lehrpläne der Fernmeldemonteurschule waren in allen Zweigen auf eine praxisorientierte Ausbildung und auch auf die Schulung handwerklicher Fähigkeiten ausgerichtet.

    In das Ausbildner- und Lehrerkollegium wurden überwiegend erfahrene Beamte der Post- und Telegraphenverwaltung berufen, nur in einigen nicht technischen Gegenständen (Staatsbürgerkunde, Gewerbekunde, Wirtschaftsrechnen) unterrichteten Lehrer aus Grazer Berufsschulen.                                                  

    Bedingt durch den dynamischen Ausbau der Fernmeldenetze und den damit zusammenhängenden erhöhten Personalbedarf im Fernmeldesektor der Post- und Telegraphenverwaltung war es notwendig auch die Ausbildung an der Fernmeldemonteurschule laufend auszuweiten. Die Zahl der jährlich aufgenommenen Schüler erhöhte sich kontinuierlich von 16 im Jahr 1945 auf maximal 150.

    Das alte Schulgebäude in der Eggenbergerallee war den Erfordernissen bald nicht mehr gewachsen. Im Jahr 1956 konnte am Nachbargrundstück ein Zubau mit neuen Lehrwerkstätten und Lehrsälen in Betrieb genommen werden, der allerdings auch nicht sehr lange den zunehmenden Raumbedarf decken konnte. Ein großer neuer Gebäudekomplex in der Herbersteingasse, der nach drei Jahren Bauzeit 1976 fertiggestellt wurde, hat mit einem großzügigen Raumkonzept, mit gut ausgestatteten Lehrwerkstätten und neuesten technischen Einrichtungen für Schulungszwecke, endgültig Abhilfe geschaffen.

    Unterbringung – Wohnen im Internat - Sportausübung

    Die nicht in Graz wohnhaften Schüler waren während der gesamten Ausbildungszeit in einem eigenen Internat in Graz-Eggenberg untergebracht. Infolge der zunehmenden Schülerzahlen ist auch das Internatsgebäude zu klein geworden. Ein Teil der Schüler musste deshalb in angemieteten Ausweichquartieren wohnen.

    Neben der fachlichen Ausbildung wurde auch auf die Sportausübung der Schüler großer Wert gelegt. Zwei Stunden pro Woche war Pflichtsport angesagt. Darüber hinaus haben Sportlehrer und  Trainer Fußball- und Handballmannschaften ausgebildet und Leichtathleten trainiert, die im Postsportverein Graz integriert waren  und sehr erfolgreich am Meisterschaftsbetrieb der steirischen Landessportverbände teilnahmen. Zahlreiche Leichtathleten der Schule haben Siege und Spitzenplätze bei steirischen und österreichischen Jugendmeisterschaften erreicht. Die regelmäßigen Sportvergleichskämpfe gegen die Fernmeldemonteurschule Wien endeten fast immer mit Grazer Siegen. Das gemeinsame Wohnen im Internat und auch die Sportausübung haben in vielen Jahrgängen ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl gefördert und es sind viele Freundschaften entstanden, die auch nach dem Abgang von der Schule andauern.

    Auflassung der Schule – Endbetrachtung

    Die Schule wurde im Sommer 2009 (mit Ablauf des Schuljahres 2008/2009)  aufgelassen.

    Als Alternative gibt es im Bereich der Telekom Austria noch eine Lehrlingsausbildung in Wien für die Fachbereiche :

    Informations- und Kommunikationstechnik und

    Einzelhandelskaufmann für Kommunikationstechnik                                                                                                                                                                                                                                                                        

    Insgesamt haben ca. 7400 Jugendliche aus den Bundesländern Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg die Fernmeldemonteurschule Graz absolviert, sie waren ein gut ausgebildeter Grundstock im Personalstand der Post- und Telegraphenverwaltung. Viele haben anschließend an einer AMS oder HTL maturiert, einige auch ein Hochschulstudium absolviert. Ein relativ großer Anteil der Absolventen ist in höhere Positionen in der mittleren Führungsebene der Post- und Telegraphenverwaltung bzw. der Telekom Austria aufgestiegen. Ungefähr 20 Prozent der Absolventen haben allerdings einen  Berufsweg in der Privatwirtschaft oder in anderen Verwaltungsbereichen beschritten. Dennoch war die Gründung einer eigenen Ausbildungsstätte für Mitarbeiter des Fernmeldesektors der Post- und Telegraphenverwaltung eine sinnvolle und richtige Entscheidung.

    Für Bewerber aus den östlichen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland bestand ab 10. Februar 1947 eine zweite Fernmeldemonteurschule in Wien Sievering. 

    Zusätzliches Foto siehe weitere Details.


    Datum 1940-2009
    [weitere Details...]