Webseiten
  • Homepage
  • Suchen
  • Was ist Neu
  • Sitemap
  • Login

  • Kategorien
     > Geschichte der Telek..
       Geschichte der Telek..
        Geschichte der Tele..
       Zeittafel EDV 1953-1..
       Wählamtseinschaltung..
       Tonbandkundendienste..
       >> Geschichtenarchiv

    Suchen
  • zuletzt angesehen
  • Zeittafel des EDV-Ei..
  • Wählamtseinschaltung..
  • Das Märchen von der ..
  • Tonband-Kundendienst..
  • Transportable Vermit..
  • Erste Fernsprech-Ver..
  • Kaiserl. Entschließu..
  • Erstes staatliches T..
  • Patent auf ein Koax-..
  • Ludwig Philipp Schmi..
  • Homepage > Geschichte der Telekommunikation unter besond.. > Geschichtenarchiv
    Womit konnte man .......... und wom....  6 von 20vorhergenden Seitezur nächsten Seite

    Womit konnte man .......... und womit nicht ?

    Erinnerungen von Emmerich Gaigg

     

    Es war nicht immer die „hohe“ Technik, mit der anno dazumal Post-Ingenieure beschäftigt waren (vielleicht ist das heute in der Telekom auf einem höheren Niveau auch nicht anders). Es gibt Dinge und Maßnahmen, auch der „niederen“ Technik, die das Leben der Mitmenschen , Kolleginnen und Kollegen, erleichtern konnten und können. Ich glaube, man sollte auch etwas von diesen Nebensächlichkeiten „archivieren“. Heute wird das Folgende zum Lachen sein, oder zumindest zum Lächeln. Vor gut einem halben Jahrhundert war das aber teilweise „bitterer“ Ernst, das letzte Beispiel konnte sogar existenzbedrohend sein.

    Eine Auswahl:

    Wenn man dafür zuständig war und die Genehmigung dazu hatte, konnte man OB-Vermittlungskräften damit eine Freude bereiten, dass man in den Vermittlungsschrank einen netzversorgten Ruftrafo einbauen ließ. Damit mussten sie nicht mehr bei jedem vermittelten Gespräch die Induktorkurbel „anwerfen“, sondern konnten mit einem Tastendruck einen Ruf absetzen. Das war zweifellos eine Arbeitserleichterung. Allerdings kam es damals gar nicht so selten vor, dass die öffentliche Stromversorgung ausfiel, vor allem auf dem Lande, und doch wieder gekurbelt werden musste. Aber das war gegenüber den sonstigen Vorteilen verhältnismäßig leicht zu verkraften.

    Als die Wählämter immer mehr wurden, aber es rundherum noch Handvermittlungen gab, war es für die Vermittlungskräfte eine Erleichterung, und für den Vermittlungsvorgang eine Beschleunigung, wenn sie ohne eine weitere Vermittlung in Anspruch nehmen zu müssen, in das automatiserte Ortsnetz direkt einwählen konnten. Dazu wurden für die Handvermittlungen „teilnehmergleiche“ Anschlüsse an oft sogar relativ weit entfernte Wählämter geschaffen. Ob diese Anschlüsse immer die Bedingung von maximal 800 Ohm Schleifenwiderstand erfüllten, bezweifle ich. Aber wenn der Anschluss trotzdem funktionierte konnte man den betroffenen „Postfräuleins“ damit jedenfalls eine Freude machen..

    „Offene“ Fernschreiber der älteren Generation waren laut. Wenn in einem Postamt viele Telegramme ankamen oder durchgeschleust werden mussten, tickte dieses Gerät den ganzen Tag, und das oft bei beengten Raumverhältnissen. Ich kann mich gut an einen Postamtsvorstand erinnern, der enthusiastisch überglücklich war, als ihm ein Kollege für den Fernschreiber ein schalldämmendes Gehäuse verschaffte.

    Das Design der Vermittlungsschränke stammte vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert, das Holz war dunkelbraun gebeizt. „Helle“ Begeisterung löste es besonders bei den Damen in den Postämtern aus, wenn im Zuge der Überholung oder Austausches eines Vermittlungsschrankes, diesen die Tischlerei des Fernmeldebauamtes mit Dc-fix in hellem, freundlichen Holzdesign professionell beklebte.

    Kleine Ortsnetze wurden oft provisorisch mit Nebenstellenanlagen automatisiert. Bei der regulären Automatisierung wurden dort Kleinteilämter (KTA) eingesetzt. Es war Aufgabe der Planungsbeamten für Kommunikationstechnik dafür geeignete Mieträume zu suchen. Der Raumbedarf für solche Anlagen war gering. Deshalb wurden für diesen Zweck manchmal die eigenartigsten Räume angeboten. Abstellräume und aufgelassene Leichenkammern waren beliebte Angebote der Gemeinden. Ein Pfarrer im Salzkammergut bot mir sogar eine Gruft am Friedhof als KTA-Raum an, weil in seiner Gemeinde „sich die Gruft ohnedies niemand leisten könne oder wolle“.  Wenn man solche Räume ablehnen musste, weil ungeeignet, waren Bürgermeister und andere potenzielle Vermieter oft enttäuscht, weil sie sich ein gutes Geschäft erwartet hatten.

    Die angekündigte Automatisierung eines Fernsprechortsnetzes begeisterte meistens die Bürgermeister. Nicht so aber die Handvermittlungskräfte, die nun ihren Job verloren, oder im besseren Fall auf einen anderen Arbeitsplatz wechseln mussten. Nicht immer Freude löste die Automatisierung auch bei den Postamtsvorständen aus, deren „Punkte“ durch den Wegfall der Handvermittlung nun weniger wurden, was u.U. auf die Wertigkeit ihres Arbeitsplatzes Einfluss hatte. Die ausgesandten „Hiobsboten“ der Fernmeldetechnik wurden in vielen Fällen zu „Feindbildern“ der Postkollegen und -kolleginnen.

     

     

     


    Datum 1950-1970