Webseiten
  • Homepage
  • Suchen
  • Was ist Neu
  • Sitemap
  • Login

  • Kategorien
     > Geschichte der Telek..
       Geschichte der Telek..
        Geschichte der Tele..
       Zeittafel EDV 1953-1..
       Wählamtseinschaltung..
       Tonbandkundendienste..
       >> Geschichtenarchiv

    Suchen
  • zuletzt angesehen
  • Feuer am Dach
  • Was ist (war) das ?
  • Tonband-Kundendienst..
  • Wieviel würde das he..
  • Wieviel würde das he..
  • Wählamtseinschaltung..
  • Die Anfänge der Tele..
  • Zeittafel des EDV-Ei..
  • Die Landeshauptstadt..
  • Wieviel würde das he..
  • Homepage > Geschichte der Telekommunikation unter besond.. > Geschichtenarchiv
    Fernsprechwählamt LINZ-DOMGASSE  4 von 20vorhergenden Seitezur nächsten Seite

    Fernsprechwählamt LINZ-DOMGASSE

    40 JAHRE FERNSPRECHWÄHLAMT LINZ-DOMGASSE

     

    Von Ing. Emmerich Gaigg OI 1981

     

    Am 21. Juni 1941 wurde das – damals moderne  - Fernsprechwählamt Linz-Domgasse, Wähl-System 29, in Betrieb genommen. Es löste das 1925 errichtete, technisch veraltete und für die aufstrebende Landeshauptstadt zu klein gewordene Wählamt, System Dietl, ab. Der Auftrag, „… in der engeren Heimat des Führers…“ ein neues Wählamt zu errichten, das den gestiegenen Anforderungen der damaligen Zeit gerecht wurde, kam vom Reichspostminister Ohnesorge persönlich. Es wurde im Erstausbau für 6100 Anschlüsse ausgelegt und in dreizehnmonatiger Bauzeit von der Firma Siemens & Halske errichtet.

     

    Für die Teilnehmer bedeutete dies nicht nur die Umstellung von den vierstelligen auf fünf- und sechstellige Rufnummern, sondern auch die Umstellung vom Pauschaltarif auf den Einzelgesprächstarif. Die monatliche Grundgebühr betrug nunmehr 5,50 Reichsmark für einen Einzelanschluss und 3,00 Reichsmark für einen Gemeinschaftsanschluss (Zehntel-anschluss). Ein Ortsgespräch kostete – unabhängig davon, wie lange gesprochen wurde – 10 Pfennig.

    Traun und Hörsching, die am selben Tag eigene Wählämter erhielten, wurden aus dem Verband des Ortsnetzes Linz ausgegliedert. Ein Dreiminutengespräch nach Traun oder Hörsching kostete dadurch 20 Pfennig.

     

    Die bisherigen „Stellhebelapparate“ (System Föderl) für 4-stellige Rufnummern wurden gegen Wahlscheibenapparate ausgetauscht.

    Neu für Linz waren auch der Fernsprechauftragsdienst und die erstmals in Österreich eingerichtete telephonische  Zeitansage. Schon am 27. Juni berichtete die „Tages-Post“, dass sich die Zeitansage „… bereits einer überraschenden Beliebtheit erfreut …“ und bis zu zehnmal in der Minute in Anspruch genommen werde. Es wurde auch berichtet, dass wohlerzogene Fernsprechteilnehmer sich bei der „schönen Stimme“ bedanken, aber die „unbekannte Schöne“ antwortete nicht.

    Bald nach dem Kriege wurde die Linzer Zeitansage (bis dahin die einzige in Österreich) auf alle Landeshauptstädte und andere größere Ortsnetze ausgedehnt. Das 1941 eingerichtete Lichtton-Zeitansagegerät („Eiserne Jungfrrau“ genannt) wurde 1962 von einem Magnettongerät abgelöst. Seit Ende 1980 ist die „unbekannte Schöne“ ein Computer, der in Wien steht.

     

    Das Wählamt Domgasse war bis 1955 – zwar mehrfach erweitert – das einzige im Ortsnetz Linz. Nach 40 Jahren ist es zum Teil noch immer in Betrieb, wird aber in den nächsten Monaten vollständig durch modernere Einrichtungen ersetzt werden. 1956 wurde im Zusammenhang mit dem Ortsamt am Standort Domgasse das seit 1977 nicht mehr bestehende Hauptbereichsamt System 51 errichtet und in der Folge ebenfalls mehrfach erweitert und adaptiert.

     

     

    Nachwort 2013 von Ing. Emmerich Gaigg:

    Am 28.9.1977 wurde die letzte Fernleitung vom HBA (Hauptbereichsamt = Fernwählamt) Domgasse auf das HBA Fadingerstraße umgeschaltet, wodurch das HBA Domgasse (System 51) zu bestehen aufgehört hat. Am 10.12.1981 wurde der letzte GU-Anschluss (Gemeinschaftsanschluss für je 10 Teilnehmer) auf einen GA-Anschluss (1/4-Anschluss) im neuen Wählamt Fadingerstraße umgeschaltet. Damit war auch das Ortsamt Domgasse Geschichte.

    Die Nachfolgesysteme 48M und ESK/F im Fernmeldegebäude Fadingerstraße brachten es nur auf gut die Hälfte der Betriebsdauer des Systems 29 in der Domgasse. Das Ortswählamt Fadingerstraße System 48M war am 15.12.1972 in Betrieb genommen worden und wurde 1997 abgeschaltet. Das HBA, System ESK/F in der Fadingerstraße – die erste Vermittlungsstelle in diesem System in Österreich - nahm am 29.3.1976 den Probebetrieb auf, die offizielle Inbetriebnahme war am 25.9.1976. Es wurde am 22.5.1997 abgeschaltet. Sowohl das Ortsamt, als auch das HBA in der Fadingerstraße wurden vom digitalen System OES-E abgelöst.

    Nachwort  2013 von Gerhard Nowak RegR:

    Diese Vermittlungsstelle war zweifellos ein österreichisches Unikat mit zahlreichen Zusatzeinrichtungen und Sonderdiensten. Neben der Zeitansage war das Wählamt Domgasse bereits bei der Inbetriebnahme mit einem Anrufsuchersystem für den Fernsprechauftragsdienst (FAD) und für Bescheidansagen sowie mit den Abfrageeinrichtungen für die Fernsprechnebendienste (Störungsannahme, Auskunft, FAD) ausgestattet. Später erfolgte sukzessive der Aufbau der Einrichtungen für die Tonbanddienste (Wetternachrichten etc.) und Notrufstellen (Rettung, Feuerwehr, Polizei).

    Zusätzlich bestand in dieser Vermittlungsstelle eine eigene Mischwählerstufe und eigene Leitungswähler für die Bildung von Großsammelanschlüssen (z.B. für die VÖEST, Stickstoffwerke, Landesregierung etc.).

    Bezogen auf die Entwicklungszeit des Wählsystems 29 war das Wählamt Domgasse eine sehr fortschrittliche Vermittlungsstelle mit einer hohen Materialqualität (mehr als 40 Jahre Nutzugsdauer !).


    Datum 1941-1981