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    Schneekatastrophe im Frühling ....  10 von 19vorhergenden Seitezur nächsten Seite

    Schneekatastrophe im Frühling 1979
    Schneekatastrophe 1979

    von Gerhard Nowak

     

    Am 29. und 30. März 1979 verursachten extreme Schneefälle und Sturmböen im Westen und Norden Oberösterreichs schwere Schäden an öffentlichen und privaten Gütern. Innerhalb von ca. vierundzwanzig Stunden fielen im Innviertel, im Hausruckviertel und im Mühlviertel 70 – 100 cm Nassschnee mit einem Gewicht von 200 – 300 kg/m3. Auslöser war ein bis in große Höhen verankertes Tiefdruckgebiet und stark schwankende Temperaturen in Bodennähe von -1°C bis +9°C.

    Besonders betroffen von dieser Extremsituation waren die oberirdischen Leitungsnetze der Elektrizitätsversorgungsunternehmen und der Post- und Telegraphenverwaltung.

     

    Foto Fernmeldebauamt Linz: Das am 03.04.1979 aufgenommene Bild zeigt den gebrochenen Mast einer Freileitungstrasse im Innviertel, der Großteil der Schneemassen war bereits geschmolzen.

     

     Schneedruck, Sturmböen und umstürzende Bäume verursachten zahlreiche Leitungsrisse und Mastbrüche, nicht nur punktuell, sondern auch über größere Streckenabschnitte. Diese Schäden hatten großflächige und lang andauernde Stromausfälle und Ausfälle des Telefonverkehrs zur Folge.

    Der Telefonverkehr in den betroffenen Regionen war nicht nur durch Unterbrechungen von Teilnehmeranschlußleitungen gestört, sondern auch durch das Faktum, dass nicht alle Wählämter mit transportablen Notstromaggregaten ausgestattet werden konnten. Die 18 im Bereich des Fernmeldebetriebsamtes Linz vorhandenen, transportablen Aggregate und weitere 29 tragbare bzw. fahrbare Notstromaggregate, die von den Fernmeldebetriebsämtern Salzburg und Graz, von der Fernmeldezentralbaulleitung Wien, vom ORF, vom Bundesheer und von Feuerwehren leihweise zur Verfügung gestellt wurden, reichten nicht aus, die Stromversorgung sämtlicher Wählämter aufrecht  zu erhalten.

    Von Netzunterbrechungen längerer Dauer waren insgesamt 102 Wählämter betroffen. Die Netzausfälle dauerten bis zu 104 Stunden, im Durchschnitt ca. 30 Stunden. Durch den Einsatz der verfügbaren Notstromaggregate und Durchführung von Katastrophenschaltungen (Abschaltung nicht bevorzugter Teilnehmer) konnte in den meisten Vermittlungsstellen ein Notbetrieb gewährleistet werden. 24 Wählämter mussten nach Erschöpfung der Batteriereserve außer Betrieb genommen werden, weil zu wenige Notstromaggregate vorhanden waren. In einigen Fällen bestand durch die Schneemassen eine Blockade der Zufahrten zu den Vermittlungsstellen, sodass eine rechtzeitige

    Notstromversorgung nicht möglich war.

    Mit wenigen Ausnahmen waren auch alle Kleinteilämter (KTA) in den betroffenen Gebieten außer Betrieb. 19 KTA sind durch Leitungsrisse sämtlicher KTA – Hauptleitungen ausgefallen, die übrigen waren durch Netzausfälle stillgelegt.

    Insgesamt waren ca. 33.000 Hauptanschlüsse von Ausfällen des Fernsprechverkehrs in unterschiedlicher Dauer betroffen.    

    Die Behebung der Schäden an den Freileitungs- und Luftkabeltrassen der PTV dauerte trotz intensiver Überstundenleistungen der Bautruppmitarbeiter des Fernmeldebauamtes Linz mehr als zwei Wochen. Zur Beschleunigung dieser Schadenbehebungen waren auch Mitarbeiter der Apparatewerkstätte des Fernmeldebauamtes Linz und Mitarbeiter der Amtstechnik und Entstörungsstellen im Einsatz. Die Kosten für die Schadenbehebung am oberirdischen Leitungsnetz der PTV hatten ein Ausmaß von ca. 5 Millionen Schilling.

    Zusätzlich hat die außerordentliche Wetterlage weitere große Schäden und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens verursacht.

    Mehrere Bahnlinien waren durch umgestürzte Bäume blockiert.

    Die 110 kV – Bahnstromleitung zwischen Attnang und Riedau war durch zahlreiche Drahtrisse und geknickte Stahlgittermasten außer Betrieb, wodurch der Zugverkehr auf der Strecke Wels – Passau auf Dieselbetrieb umgestellt werden musste.

    Auch der Straßenverkehr war weitgehend unterbunden. Zahlreiche Schneepflüge blieben im schweren Nassschnee stecken. Viele Straßenabschnitte konnten nur mit Schneefräsen und nach der Beseitigung umgestürzter Bäume freigemacht werden.

    In den Forstgebieten der betroffenen Regionen waren durch Schnee- und Winddruck ca. 25 % des Waldbestandes zerstört.


    Datum 1979-03