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    Wieviel würde das heute (2014)....  16 von 20vorhergenden Seitezur nächsten Seite

    Wieviel würde das heute (2014) kosten? (Teil 1) [weitere Details...]
                 

    Ein Versuch von Ing. Emmerich Gaigg

    Für die Bereithaltung von Fernsprechhauptanschlüssen durch die ÖPT und deren Benützung gab es vor der Vollautomatisierung (1972), je nach Betriebsart der Ortsnetze folgende Tarifarten:

    ·         Pauschtarif („alles enthaltender“ Pauschaltarif), Ferngesprächsgebühren zusätzlich,

    ·         Grundgebühr plus Einzelgesprächstarif für Ortsgespräche und

    ·         Grundgebühr plus Zeitgebühr für Ortsgespräche.

    ·         Zusätzlich zu den obigen Tarifen wurden Ferngespräche nach der Luftlinienentfernung der Vermittlungsstellen voneinander und Gesprächszeit abgerechnet, wobei im handvermittelten Fernverkehr eine Mindestgebühr anfiel.

    Pauschtarife kamen dort zur Anwendung, wo im Ortsverkehr keine automatische Gesprächs- bzw. Zeitzählung möglich war, also vorwiegend im handvermittelten Verkehr 1).

    Die Einzelgesprächszählung im Ortsverkehr war nach dem Zweiten Weltkrieg von der ÖPT mit den Wählsystemen der Deutschen Reichspost vorübergehend übernommen worden. In OÖ wurden die Wählvermittlungsstellen mit RP-Systemen 1951 bis 1953 auf Zeitzählung umgestellt.

    Mit dem Wählsystem 48 wurde im Ortsverkehr einheitlich die Zeitzählung eingeführt.

    Festgelegt waren die Gebühren in der Fernmeldegebührenverordnung in der jeweils gültigen Fas-sung. Die Fernmeldegebührenverordnung 1947, BGBl. vom 30.7.1947, dürfte offenbar die erste nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein, denn es werden damit ausdrücklich die Fernsprechgebühren-vorschriften 1939 der deutschen Reichspost für Österreich geändert. Eine der letzten Novellierungen der FM-Gebührenverordnung vor der Vollautomatisierung war die von 1970 (BGBl. vom 30.6.1970).

    Um die damaligen Gebühren mit den heutigen vergleichen zu können, ist der von der Statistik Austria im Internet zur Verfügung gestellte „Wertsicherungsrechner“, der die Inflation berücksichtigt, eine Hilfe. Auf Grund der jeweiligen Verbraucherpreisindices (VPI) kann man damit den aktuellen inflationsbereinigten Wert errechnen:

         1947 hatte 1 Schilling (ATS), ausgehend vom  „Lebenskostenindex“ 1945 2), die Kaufkraft von ca.

         1,54 EURO im Jahre 2014. #)

         1970 hatte 1 Schilling, ausgehend vom VPI 1966 2), inflationsbereinigt den gleichen Wert wie ca.

         0,31 EURO im Jahre 2014. #)

    #) Sämtliche Werte sind kaufmännisch gerundet, daher sind bei Vielfachen von 1 Schilling Rundungsdifferenzen nicht ausgeschlossen.

    Im Folgenden sind Gebührenbeispiele angeführt, wobei in der Regel die niedrigste und die höchste Gebühr der jeweiligen Gebührengruppe angegeben sind. Alle Gebühren aufzulisten, würde hier zu weit führen. Mit Stand Jänner 2014 valorisiert sind der Übersichtlichkeit halber vorwiegend die Gebühren von 1970 (Ausnahme siehe 3a,Ortsgesprächsgebühren).

    Ein exakter Vergleich mit Gebühren von heute ist wegen unterschiedlicher Voraussetzungen  jedoch schwierig.

    1) PAUSCHGEBÜHREN

    Grundsätzlich waren Pauschgebühren nach der Größe der Ortsnetze gestaffelt: Für die Bereithaltung des Anschlussorganes in der Vermittlungsstelle, der Anschlussleitung innerhalb des 5 km-Kreises um die Vermittlungsstelle, für die Überlassung und Instandhaltung eines Sprechapparates, sowie als Abgeltung der anteiligen Kosten des Vermittlungspersonals wurden in Ortsnetzen mit Handvermittlung1) u.a. nachstehende Pauschgebühren in Rechnung gestellt.

     

    Beispiele

    Monatliche Pauschgebühren 1)

     

     

    inflationsbereinigter

    1947

     

     

    1970

    Wert 2014 der

    Gebühr von 1970

     

     

    ATS

    ATS

     

    ATS

     

    in EURO

    1 – 50 Hauptanschlüsse im Ortsnetz

    7,00

    37,50

    11,60

    Mehr als 500 Hauptanschlüsse im ON:

    Stufe I = täglich max. 12 Gespräche

    Stufe IV = täglich mehr als 40 Gespräche

     

    23,00

    72,00

     

    87,50

    226,00

     

    27,08

    69,93

    In Ortsnetzen mit nicht mehr als 50 Hauptanschlüssen wurde die Pauschgebühr ermäßigt, wenn die werktägliche Dienstzeit der Vermittlungsstelle (in den meisten Fällen des Postamtes) weniger als acht Stunden betrug, u.zw. um 10 % für jede  auf die achtstündige Dienstzeit fehlende Stunde.

     

    Für „Landanschlüsse (mehrere Fernsprechanschlüsse auf einer Leitung) in Ortsnetzen mit nicht mehr als 50 Hauptanschlüssen wurde 1970 die Pauschgebühr auf 20 Schilling.(6,23 €) ermäßigt, bzw. auf bis zu 28 Schilling in Ortsnetzen mit 51 bis 500 Hauptanschlüssen, wenn von diesen Sprechstellen täglich nicht mehr als 12 Gespräche geführt wurden.

    Für Dauerverbindungen, sowie für die Teilnahme am Wählsammeldienst gab es mit Stand 1970 Zuschläge zur jeweiligen Pauschgebühr von 36,00 Schilling pro Monat, sowie gestaffelte (aber auch „geschmalzene“) Zuschläge für „Ausnahmehauptanschlüsse“, das waren Fernsprechanschlüsse, die von der Regelvermittlungsstelle mehr als 5 bis max. 25 km entfernt waren.

     

     

     

    Ausnahmehauptanschlüsse

    (Beispiele)

    Monatliche Pauschgebühren

     

     

    inflationsbereinigter

    1947

    1970

    Wert 2014 der

    Gebühr von 1970

     

    ATS

    ATS

    in EURO

     

    Entfernung über 5 bis 10 km von der Regelvermittlungsstelle, in Ortsnetzen mit bis 50 Hauptanschlüssen

     

    15,00

     

    70,00

     

    21,66

    Entfernung über 10 bis 25 km von der Regelvermittlungsstelle in Ortsnetzen mit

    201 bis 500  Hauptanschlüssen ;

    Stufe III = täglich über 40 Gespräche

     

    217,50

    1.327,50

    410,78



    1) Darunter fielen auch die Behelfsautomatisierungen mit Wählnebenstellenanlagen

    2) Der VPI wird nicht für jedes Jahr veröffentlicht

     


    Datum 2014
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